Schneller, größer, mehr

In den letzten Jahren ist zu beobachten, dass Private Equity-Fondsmanager in immer kürzeren Zeitabständen neue, größere Fonds einsammeln. Neuerdings werden nun auch noch mehr verschiedene Vehikel aufgelegt, um die weltweite Nachfrage zu nutzen oder zu befriedigen.

In der Vergangenheit wurden Investoren immer dann nach „frischem Geld“ angesprochen, wenn ein wirklicher Kapitalbedarf da war. Orientierung bot eine Investitionsquote von 75% des aktuellen Fonds. Heute werden Limited Partner von den Private Equity Häusern schon wesentlich früher gebeten, ein weiteres Commitment in Betracht zu ziehen. In einem Umfeld wo „buy and build“ in aller Munde ist, kann leicht gerechtfertigt werden, warum zwar erst 45% Prozent tatsächlich investiert sind, warum aber schon weitere 30% fest reserviert sind und deshalb für Neuengagements weitere Mitte notwendig sind. Da der vergangene Fonds viel schneller „investiert“ wurde als gedacht, sollte der nächste bitte auch wesentlich größer werden als der Vorgänger – so hat man dann auch eine Argumentation für das sehr hohe Fondsvolumen parat. Obere Volumenbegrenzungen werden angedacht, mit Rücksicht auf „alle Investoren“ dann jedoch häufig aufgeweicht – man möchte ja doch möglichst wenig Nachfrage zurückweisen.

In der Konsequenz liegen dann häufig ein paar Milliarden „dry powder“ in den Büchern und der Limited Partner wartet dann geduldig ein paar Jahre bis das Geld denn nun wirklich arbeitet. In der Zwischenzeit hat der GP bemerkt, dass das Fondsvolumen so groß geworden ist, dass kleinere Deals nicht mehr abgedeckt werden können; aber auch da gibt es Abhilfe – „wir“ raisen einen weiteren Fonds, der nur für die small and midmarket-Transaktionen strukturiert wurde. Wenn auch diese Option schon abgedeckt ist, denken viele Private Equity Gesellschaften auch noch über einen Credit-Fonds nach; auch einen Public-Fonds, der in den Aktienmarkt investiert, ist eine beliebte Variante.

Auf den ersten Blick sieht es wie eine Komplettierung des Angebotes durch Private Equity Gesellschaften aus, in Wahrheit wird die Gunst der Stunde genutzt. Das freundliche Marktumfeld erlaubt die einfache Ansprache der Investoren; es werden Vorräte gebunkert für solche Zeiten, wenn die Investoren mal nicht mehr schnell und häufig ihre Schatulle öffnen. Wann immer diese Korrektur auch einsetzen wird?