{"id":7620,"date":"2021-04-01T14:20:32","date_gmt":"2021-04-01T12:20:32","guid":{"rendered":"https:\/\/circleeleven.com\/neue-trends-im-markt-spacs\/"},"modified":"2021-04-01T22:29:08","modified_gmt":"2021-04-01T20:29:08","slug":"neue-trends-im-markt-spacs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/circleeleven.com\/en\/neue-trends-im-markt-spacs\/","title":{"rendered":"Neue Trends im Markt: SPACs"},"content":{"rendered":"\n<p>Aufmerksame Leser der Wirtschaftspresse kommen derzeit an einem Akronym nicht vorbei \u2013 SPAC. Die leeren B\u00f6rsenm\u00e4ntel sind keine neue Erfindung \u2013 SPACs existieren bereits seit den 1990er Jahren und hatten eine erste Boomphase von 2005 bis zum Beginn der Finanzkrise. Im Zuge der Corona-Pandemie erfreuen sich die Vehikel nun aber neuer Beliebtheit: seit der Finanzkrise wurde j\u00e4hrlich oft nur eine Handvoll SPACs aufgelegt. 2020 stieg das Volumen dann schlagartig auf \u00fcber 250 neue Registrierungen an \u2013 allein im ersten Quartal 2021 wurden nun bereits \u00fcber 300 der B\u00f6rsenm\u00e4ntel lanciert und damit ann\u00e4hernd 90 Mrd. EUR von Investoren eingesammelt.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>Was ist ein SPAC?<br\/><\/strong>Ein SPAC (Special Purpose Acquisition Vehicle) ist eine leere B\u00f6rsenh\u00fclle, die ein nicht gelistetes Zielunternehmen erwirbt und so an die B\u00f6rse bringen soll. Hinter einem SPAC steht in der Regel ein Team aus bekannten und erfahrenen Managern, den sog. Sponsoren. Diese k\u00fcmmern sich um die Registrierung des Vehikels und sammeln Kapital von institutionellen Investoren (oftmals Hedge Funds) aber auch Privatinvestoren ein \u2013 im Schnitt 200-400 Mio. USD pro SPAC. Danach haben die Sponsoren 2 Jahre Zeit, ein ad\u00e4quates Zielunternehmen zu identifizieren und mit dem SPAC zu verschmelzen. Durch den Zusammenschluss wird das Zielunternehmen zu einem normalen B\u00f6rsenunternehmen. Die Investoren \u201ewetten\u201c mit ihrem Geld auf die F\u00e4higkeit des Sponsoren-Teams, das vorab oft nur einen sehr groben Zweck f\u00fcr seinen SPAC angibt (z.B. &#8220;Erwerb eines Fintechs in Europa&#8221;).<\/p><\/blockquote>\n<\/div><\/div>\n\n<p>Der Boom der SPACs wird wesentlich getrieben durch die gro\u00dfz\u00fcgigen Finanzspritzen der Zentralbanken in Folge der Corona-Pandemie: die massive \u00dcberliquidit\u00e4t am Markt sucht lohnende Anlageformen und ist so auch wieder auf das altbekannte Thema mit den leeren B\u00f6rsenm\u00e4nteln gesto\u00dfen.<br\/><br\/>Aktuell sind SPACs noch haupts\u00e4chlich ein US-amerikanisches Thema. Sowohl an der NASDAQ als auch an der New Yorker B\u00f6rse werden t\u00e4glich mehrere Vehikel neu registriert. Aber auch in Europa hat das Gesch\u00e4ft mittlerweile an Fahrt aufgenommen. Prominent in der Presse wurde z.B. das Vorhaben von Finanzinvestor Klaus Hommels kommentiert, der im Februar erfolgreich seinen \u201eLakestar Spac I\u201c an die Frankfurter B\u00f6rse gebracht hat. Auch Ex-Commerzbankchef Martin Blessing bereitet einen SPAC-B\u00f6rsengang an der Euronext in Amsterdam vor.<br\/><br\/>F\u00fcr Zielunternehmen stellen die SPACs einen schnellen und gut planbaren Weg an die B\u00f6rse dar &#8211; ein Listing ist hier schon nach 3-4 Monaten m\u00f6glich, w\u00e4hrend ein klassischer IPO in der Regel 2-3 Jahre erfordert. Allerdings behalten die Sponsoren in der Regel 20% der Aktien als Verg\u00fctung ein \u2013 damit sind SPACs f\u00fcr Zielunternehmen deutlich teurer als ein &#8220;normaler&#8221; B\u00f6rsengang.<br\/><br\/>F\u00fcr Private Equity-Fondsmanager ist der Erfolg der SPACs ein zweischneidiges Schwert:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Einerseits entsteht hier ein neuer, hoch-liquider Exit-Kanal, der schnell und einfach auch gr\u00f6\u00dfere Transaktionen m\u00f6glich macht. So hat z.B. TCV angek\u00fcndigt, dass sie kurz vor dem Closing mehrerer attraktiver Unternehmensverk\u00e4ufe an SPAC-Vehikel stehen (weitere Details f\u00fcr unsere TCV-Investoren gerne auf Nachfrage)<\/li><li>Andererseits erw\u00e4chst durch die SPACs ein weiterer &#8220;Konkurrent&#8221;, der um attraktive Deals mitbietet &#8211; vor allem im Segment Late Stage-Venture Capital und Growth Capital. Zur Einordnung: aktuell sitzen SPACs auf &#8220;Dry Powder&#8221; (d.h. investierbarem Kapital) von rund 200 Mrd. EUR &#8211; Private Equity-Fonds in den relevanten Segmenten kommen derzeit noch auf rund das 5-fache dieses Werts. Trotzdem d\u00fcrften die SPACs dazu beitragen, dass Bewertungen auf absehbare Zeit auf ihrem hohen Niveau verharren werden<\/li><\/ul>\n<p>Ob sich mit den SPACs langfristig eine neue Produktkategorie am Markt etablieren wird, d\u00fcrfte sich vor allem am finanziellen Erfolg der SPAC-Investoren entscheiden. Laut einer Studie von Bain f\u00e4llt die Performance der 2020 aufgelegten SPACs etwas besser aus als ein vergleichbarer Aktienindex. Aber zumindest an einem der prominentesten Deals des vergangenen Jahres hatten die Investoren nur wenig Freude: Nikola, der Entwickler von elektrisch betriebenen LKWs, war im M\u00e4rz 2020 noch mit einer Bewertung von 29 Mrd. USD an die B\u00f6rse gestartet &#8211; nach mehreren Skandalen hat der Aktienkurs mittlerweile mehr als 80% eingeb\u00fc\u00dft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufmerksame Leser der Wirtschaftspresse kommen derzeit an einem Akronym nicht vorbei \u2013 SPAC. Die leeren B\u00f6rsenm\u00e4ntel sind keine neue Erfindung \u2013 SPACs existieren bereits seit den 1990er Jahren und hatten eine erste Boomphase von 2005 bis zum Beginn der Finanzkrise. 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